
Der
Erste Benediktinische Welt-Sehr geehrter Abtprimas Notker, verehrte Äbte und Äbtissinnen, Direktorinnen und Direktoren, liebe Kolleginnen und Kollegen,
Es ist mir eine große Freude und eine Ehre zugleich, Ihnen heute das Ergebnis eines Workshops der ersten ICBE-Konferenz in Worth präsentieren zu dürfen. Als ich vor drei Jahren ganz zaghaft anmerkte, ich könnte mir vorstellen anlässlich unseres 100-jährigen Abtei- und Schuljubiläums die benediktinische Jugend nach Münsterschwarzach einzuladen, ahnte ich nicht, welche Konsequenzen dies hatte. Ich möchte es gleich vorwegschicken: heute kann ich sagen, zum Glück hatte ich in Worth den Mut zu dieser Idee, denn sowohl Abt Fidelis als auch der Schulleiter P. Cornelius stimmten zu und unterstützten dieses Projekt sehr grosszügig.
Natürlich ist es unmöglich, in einem 10-minütigen Vortrag alle Eindrücke und Ergebnisse dieser benediktinischen Weltpremiere wiederzugeben. Ich möchte Ihnen im folgenden einen kurzen Überblick geben über die Vorbereitung, den organisatorischen und personalen Rahmen, den konkreten Ablauf des Jugendkongresses und das Ergebnis.
Ich darf Abtprimas Notker zitieren, der im Grußwort zum Kongress folgendes schrieb: Ich selbst war ein begeistertet Benediktinerschüler. Das Kloster St. Ottilien wurde zu meiner zweiten Heimat... In St. Ottilien lernte ich auch, dass die Welt größer ist als unser massiver Kirchturm. Seine Anwesenheit beim Abschlusstag und die Feier des Abschlussgottesdienstes gab dieser Einschätzung über die Bedeutung dieses Treffens noch weiteres Gewicht. Sehr geehrter Abtprimas Notker, wir haben uns über Ihre Anwesenheit wirklich sehr gefreut.
Die Vorbereitung verband vier deutsche Benediktinerschulen ganz eng untereinander: auf Lehrerebene waren dies in erster Linie P. Paulus und P. Klaus-Ludger aus der Abtei Königsmünster in Meschede, der inzwischen P. Michaels Nachfolger als Schulleiter ist, Br. Josef aus St. Ottilien, Frau Dannbeck, Internatsleiterin von Kloster Wald, sowie P. Jonathan und ich aus Münsterschwarzach. Aber darüber hinaus konnten wir ca. 30 Schülerinnen und Schüler unserer Schulen von der Sache begeistern, so dass die inhaltliche und organisatorische Arbeit von Beginn an auch von Schülern mitgetragen und ihre Sicht berücksichtigt werden konnte: diese Gruppe war ein wirklicher Schatz. So wurde an einigen Wochenendtreffen das Motto überlegt, Programmvorschläge ausgearbeitet, Briefe entworfen und vieles mehr, aber immer wurde auch miteinander gebetet und Gottesdienst gefeiert. So entstand ein recht dichtes Netz untereinander. Und dieses Netz trug uns auch durch den Kongress.
Für die Terminwahl stand uns der Heilige Benedikt als Patron Europas Pate. Um den 11. Juli herum sollte das Treffen stattfinden. Die Korrespondenz wäre ohne die Datenbank und die Mitarbeit von Herrn Heinz Plugge nicht möglich gewesen und konnte dank der neuen elektronischen Medien auch recht zügig erfolgen. Freilich sind wir uns bewusst, dass wir nicht alle Schulen erreicht haben und aus diesem Grunde die Teilnahme am ersten Jugendkongress nicht allen möglich war. Dennoch zeigten die Tage von Münsterschwarzach, dass es sich mehr als gelohnt hat die benediktinische Jugend aus aller Welt zusammenzuführen, um sich gegenseitig kennen zu lernen, miteinander zu arbeiten, zu spielen, zu musizieren, zu feiern und zu beten.
Jeder Tag stand unter einem ganz bestimmten Motto. Nach dem Eintreffen und dem Eröffnungsabend in der Egbert-Halle stand die Begegnung mit den Mönchen der Abtei im Mittelpunkt des ersten Tages. Dabei wirkten philippinische Schüler bei der feierlichen Gestaltung der Vesper am Benediktstag mit. Auf den Klostertag folgte der Schultag, an dem sich die einzelnen teilnehmenden Schulen in Wort, Szene und Bild gegenseitig vorstellten. Dazu waren eine Vielzahl an Workshops aus dem musischen, gestalterischen und sportlichen Bereich angeboten.
Am Donnerstag erfolgten weitere Präsentationen der einzelnen Gruppen. Umrahmt wurde jeder Tag von drei Gebetszeiten in unserer Schulkapelle, die jeweils von anderen Gruppen und Nationalitäten gestaltet wurden. P. Michael hatte dazu eigens ein Liederheft zusammengestellt und motivierte auf unnachahmliche Art und Weise zum Mitsingen.
Am Freitag machten wir uns auf den Weg nach Würzburg, dem Sitz unserer Diözese und dem Ausgangspunkt christlicher Missionierung in Franken, unserer Heimat. Daran schloss sich eine Fußwallfahrt an. Ziel war der Schwanberg, gleichzeitig Sitz einer evangelischen Schwesterngemeinschaft, die in der Abtei in Münsterschwarzach das Vorbild für ein Leben in christlicher Ordensgemeinschaft sehen. Diese Gemeinschaft war von uns vor allem auch deshalb ausgesucht worden, um dem Treffen auch einen Impuls in Richtung Ökumene zu geben. Liturgisch kam dies in der Feier einer Vesper zum Ausdruck. Nach einem Picknick unter freiem Himmel fuhren wir mit dem Schiff zurück nach Münsterschwarzach.
Den Abschluss bildete die Mitwirkung am Schulfest unseres Egbert-Gymnasiums, die Ausarbeitung der Resolution auf Initiative von P. Michael hin, die festliche und schwungvolle Feier des Schulfestgottesdienstes und die Präsentation der Höhepunkte am Abend in der Egbert-Halle.
Ich möchte auf den Text der Resolution hier nicht näher eingehen. Sie ist in verschiedenen Sprachen nachzulesen und soll als Grundlage für die Weiterarbeit im Workshop dienen. (vgl. Extra Text auf der CD: Resolution) Zum Schluss möchte ich ausdrücklich allen von Herzen danken, die an der Vorbereitung und Durchführung mitgewirkt haben; allen, die durch ihr Kommen und ihre Beiträge diese Tage vor allem für die Jugendlichen, aber auch für uns Erwachsene unvergesslich gemacht haben. Und ich danke allen, die uns im Gebet mitgetragen haben.
Ich würde mir im Namen des Vorbereitungsteams aus Deutschland sehr wünschen, dass die benediktinische Jugend der Welt sich wieder und weiter trifft, und zwar auf den unterschiedlichsten Ebenen: ob regional, national, in Ländern gleicher Sprache, kontinental und selbstverständlich auch wieder über die Kontinente hinweg. Leider hatten wir in den letzten Wochen kaum Kontakt mit den Schulen aus Manila, die sich in Münsterschwarzach bereit erklärt haben, Gastgeber für den nächsten Jugendkongress zu sein. Ich hoffen, dass sich hier in Sao Paolo die Möglichkeit ergibt, darüber ins Gespräch zu kommen. Unsere Erfahrungen werden wir gerne weitergeben und eine Fortsetzung, wo auch immer, tatkräftig unterstützen mit dem Ziel: damit in allem, was wir als Lehrer in unserer Arbeit mit den Schülerinnen und Schülern tun, Gott verherrlicht werde!
Hubert Hering
© ICBE; Last change: 25.11.02